Der Niedersächsische Filmkanon
Filme und Materialien zur Filmanalyse in Schule und Unterricht
Die Filmsprache hat ihre eigenen Regeln und will wie eine Fremdsprache erlernt werden. Filmanalyse ist dabei eine der Grundvoraussetzungen bei der Vermittlung von Medienkompetenz.
In jedem Schuljahr bieten die Medienzentren in Niedersachsen drei Spielfilme mit Unterrichtvorschlägen zur filmanalytischen Behandlung im Unterricht an.
Die ausgewählten Spielfilme sollen helfen die Filmanalyse als Unterrichtsgegenstand in unterschiedlichen Fächern zu etablieren. So werden im Laufe der Jahre Beispiele für die Fächer Deutsch, Fremdsprachen, Kunst und Musik angeboten, genauso wie für verschiedene Schulstufen.
Die didaktischen Schwerpunkte der 1. Staffel
M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Verleihnr. 4670886)
Die Parallelmontage
Das musikalische Erkennungszeichen
Die dramatische Zuspitzung
Kameraeinstellungen
2001: Odyssee im Weltraum (Verleihnr. 4670888)
Musik im Film
Die Zeitlupe
Der Verbindungsschnitt (match-cut)
Die dramatische Steigerung der Spannung
Kameraeinstellungen
Der Untertan (Verleihnr. 4670887)
Literaturverfilmung
Die satirische Übertreibung
Die Perspektive
Das Storyboard
Kameraeinstellungen
Zu jedem Titel gibt es den Film in der Gesamtlänge.
Auf einer zweiten didaktischen DVD wird zusätzlich eine Fülle von Materialien und Modulen angeboten, die der Lehrer oder die Lehrerin sofort und unabhängig vom Vorwissen im Unterricht einsetzen kann. Darüber hinaus werden zahlreiche Hinweise und Hilfen für eine intensivere Beschäftigung mit Filmanalyse angeboten.
Der Niedersächsische Filmkanon 2. Staffel 2009
Azur und Asmar (VerleihNr. 4671118)
Drehbuch/Regie: Michel Ocelot
Frankreich 2006
Länge: 95 Minuten
Altersfreigabe: FSK 6
Es waren einmal zwei Kinder: Azur, blond und blauäugig, Sohn des Schlossherren, und Asmar, schwarzes
Haar und dunkle Augen, Sohn der Amme, die die beiden wie zwei Brüder großzog. Eines Tages aber reißt
das Leben die beiden Jungen auseinander. Der Schlossherr schickt seinen Sohn zu einem Privatlehrer in
der Stadt, die Amme braucht er nicht mehr und jagt sie samt ihrem Sohn aus seinem Haus.
Auch wenn sie nun getrennt in verschiedenen Ländern aufwachsen, träumen Azur und Asmar davon, die
Fee der Djinns zu befreien, wie sie es aus den Erzählungen der Amme kennen. Als sie erwachsen sind,
machen sie sich auf die Suche nach ihr, jeder für sich, doch bald kreuzen sich ihre Wege wieder. Nun sind
sie Rivalen geworden im Kampf um die Befreiung der Fee. Ein Abenteuer beginnt, das sie in magische
Welten führt, voller Wunder und Gefahren…
Auszeichnungen: Preis für den besten Animations-Langfilm – Internationales Trickfilmfestival Stuttgart 2007; Sélection
„Un certain regard“, Cannes 2006
Pressezitate:„Michel Ocelot, der auch schon die Kiriku-Filme animiert hat, ist ein wunderschönes Märchen gelungen, das
in seinen Farben sehr orientalisch wirkt und in seiner Botschaft die Versöhnung unterschiedlichster Kulturen hat.“
(Kinderfilmfest München)
Schwerpunkte der Filmanalyse: Animationsfilm; Fremde Kulturen; Filmanalyse in der Grundschule; Illusion
und Märchen; Spielerischer Umgang mit Filmausschnitten; Filmfaltklebebuch; Daumenkino;
Szenenauslegetafeln
Paris, je t'aime (VerleihNr. 4671119)
Gesamtregie: Alexander Payne
Frankreich 2006
Länge: 120 Minuten
Altersfreigabe: FSK 6
Paris, je t'aime ist ein internationaler Episodenfilm aus dem Jahr 2006, in dem sich alles um das
Thema "Liebe" dreht.
Regisseure aus aller Welt und ein großes Aufgebot an internationalen Filmstars erzählen kleine Geschichten
über die Liebe in ganz unterschiedlichen Ausprägungen und folgen dabei ihrer völlig eigenen Vision. In den
5-8minütigen Kurzfilmen wird Paris als Stadt gezeigt, in der sich alle gesellschaftlichen Schichten und die
unterschiedlichsten Kulturen - nicht ohne Probleme - bunt mischen.
Schwerpunkte der Filmanalyse: Episodenfilm; Wirkung der Filmsprache; Gestaltungsmittel und
Wechselwirkungen; Konstruktion filmischer Realität; Erzählmittel der Filmsequenzen; Funktion von Musik
Die fabelhafte Welt der Amélie (VerleihNr. 4671120)
Drehbuch/Regie: Jean-Pierre Jeunet
Frankreich 2001
Länge: 117 Minuten
Alterfreigabe: FSK 6
Amélie ist nicht ganz von dieser Welt. Aber das macht nichts. Amélie liebt die kleinen Dinge. Sie hat den
Kopf in den Wolken, aber dennoch steht sie mit beiden Beinen auf der Erde. Als sie eines Tages beschließt,
als gute Fee in das Leben ihrer Mitmenschen einzugreifen, weiß Amélie genau, was sie zu tun hat. Sie wird
Schutz- und Racheengel in einer Person. Alles scheint ihr zu gelingen, aber als sie Nino, den Mann ihrer
Träume, trifft, weiß sie nicht, wie sie sich selbst zum Glück verhelfen soll.
Schwerpunkte der Filmanalyse: Drei-Akt-Struktur; Fünf-Akt-Schema; Gestaltungsmittel; Storyboard;
Filmprotokoll; Einstellungsgrößen; Filmpräsentation; Filminterpretation; Filmrezeption
