"Fremd im eigenen Land - Sinti und Roma in Niedersachsen nach dem Holocaust"
Nach der Befreiung von der NS-Herrschaft 1945 kehrten wenige tausend überlebende deutsche Sinti und Roma in eine Gesellschaft zurück, die ihre ablehnende Haltung gegenüber den "Zigeunern" kaum geändert hatte. Wo und wie sich die Sinti und Roma ansiedelten, unter was für Umständen sich das Alltagsleben vollzog, was von ihrer reichen Kultur gerettet werden konnte – solchen und weiteren Fragen geht die Ausstellung mit Bildern und Dokumenten nach. Besondere Bedeutung haben aber vor allem von Schülern durchgeführte Interviews mit Sinti und Roma aus niedersächsischen Städten.
Neben den Kontinuitäten der Diskriminierung und Ausgrenzung, der polizeilichen Überwachung und der rassistischen "Zigeunerwissenschaft" wird die Ausstellung auch neue Entwicklungen behandeln. Dazu zählen die (teils späte) "Wiedergutmachung" ebenso wie die Bemühungen einzelner Kommunen um eine angemessene Unterbringung der Sinti und Roma sowie ihre bürgerliche Selbstorganisation mit dem Welt-Roma-Kongress 1981 in Göttingen als Höhepunkt.
Die Ausstellung bildet eine direkte Fortsetzung der seit 2003 in über 20 niedersächsischen Kommunen und Gedenkstätten gezeigten Wanderausstellung "Aus Niedersachsen nach Auschwitz. Die Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit".
Eröffnung am 23.10.2009 um 18.00 Uhr.
24.10.2009 - 31.01.2010
Veranstaltungsort:
Historisches Museum am Hohen Ufer,
Pferdestr. 6, 30159 Hannover

