Die KinoSchule Hannover präsentiert

Ven y mira - cine en la escuela 2010
30. August bis 2. September 2010

Die KinoSchule Hannover bietet seit fast sechs Jahren Filmprogramme und Veranstaltungen zur Filmbildung für die Schulen und Bildungseinrichtungen in der Region Hannover an.
Wir freuen uns, dass wir nun mit ven y mira ins neue Schuljahr – und in unser neues Halbjahresprogramm – starten können.

Damit ist unser Auftakt 2010/2011 ganz dem spanischen Kino und der spanischen Sprache gewidmet – denn alle vier Filme, die wir Ihnen bieten, werden in der Originalfassung mit Untertiteln gezeigt. Eine einzigartige Gelegenheit für alle Spanisch-Klassen in der Region Hannover! Doch darüber hinaus bieten die vier Filme natürlich inhaltlich und cineastisch noch Einiges mehr mit Blick auf andere Fächer und Unterrichtsschwerpunkte.

Die KinoSchule Hannover ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kinos im Künstlerhaus, des Medienzentrums der Region Hannover und des Medienpädagogischen Zentrums.

ven y mira wird kuratiert von flux – agentur für film-kultur, und freundlich unterstützt vom Spanischen Generalkonsultat in Hannover sowie von der AG Die 7. Kunst Hannover.

Weitergehende Informationen zur KinoSchule Hannover, zum Halbjahresprogramm, zu unseren Bildungsangeboten etc. geben wir Ihnen gern.

Kinoschule Hannover
Ven y mira - cine en la escuela 2010
30. August bis 2. September 2010 - Montag bis Donnerstag
Kino im Künstlerhaus - Kommunales Kino
Sophienstraße 2 – 30159 Hannover

Termine der Filmprogramme:
freie Terminwahl – in der Reihenfolge des Buchungseingangs!
Anfangszeiten: jeweils um 09.00 und 11.30 Uhr

Sondertermine (z.B. 13:30 Uhr) nach Möglichkeit und Absprache.
Eintritt 3,00 €
Begleitpersonen und Schüler mit HannoverAktivPass frei

Anmeldung, Information, Beratung:
Medienzentrum der Region Hannover / KinoSchule Hannover
Ansprechpartner: Ralf Knobloch
Altenbekener Damm 79, 30173 Hannover
Tel. 0511 98968-25
Fax 0511 98968-17
E-Mail: ralf.Knobloch@mzrh.de

Die Filme

Princesas Prinzessinnen
Fernando León de Aranoa, Spanien/Frankreich 2005, 113 Minuten
Spanisches Original mit deutschen Untertiteln

Die Spanierin Caye und die illegal aus der dominikanischen Republik eingereiste Zulema arbeiten – jede für sich und ohne Wissen ihrer Herkunftsfamilien – als Prostituierte in Madrid. Caya ist Anfang dreißig und voller Sehnsucht nach einem normalen Leben. Sie träumt von einem "richtigen" Job und von einem Mann, der sie abends von der Arbeit abholt. Caya leidet unter der täglichen Lüge gegenüber ihrer gutgläubigen Mutter, der das Gewerbe ihrer Tochter verborgen bleibt. Zulema, die ohne Papiere vollends der Willkür ihrer Freier ausgeliefert ist, möchte ihrem fünfjährigen Sohn in der Dominikanischen Republik ein besseres Leben ermöglichen und schickt ihr erspartes Geld nach Hause. Aus den anfänglichen Rivalinnen um die Gunst und das Geld der illustren Kunden werden dicke Freundinnen, die sich gegen die scheinbare Allmacht der Männer zur Wehr setzen.
Regisseur de Aranoa greift auch in seinem neuen Film gesellschaftliche Realitäten von Randgruppen mit großer Präzision auf. Ohne Verklärung und ohne moralischen Zeigefinger schildert Princesas den tristen Lebensalltag zweier Prostituierter und bewahrt dabei die menschliche Würde dieser beiden Frauen. Neben seiner ernüchternden Beschreibung des von Vorurteilen belegten Gewerbes leistet sich der Film bei aller Ernsthaftigkeit einen wunderbar lakonischen Blick auf Rollenbilder und die spanische Gesellschaft mit Dialogen, deren komische Wahrheiten einen zugleich lachen und weinen lassen. (kinofenster.de)

Themen: Prostitution, Arbeitswelt, Menschenwürde, Ausbeutung, Freundschaft, Familie
Fächer: Spanisch, Gesellschaft, Politik, Religion, Werte und Normen – und fächerübergreifend
FSK: ab 12 Jahre – empfohlen ab 14 Jahren

 

Mar adrento Das Meer in mir
Alejandro Amenábar, Spanien/Frankreich/Italien 2004, 125 Minuten
Spanisches Original mit deutschen Untertiteln

Ramón träumt sich ins Meer, taucht ein und unter, wann immer es ihm die Fantasie erlaubt. Denn er liebt das Meer, auch wenn es ihm fast das Leben nahm.
Vor 27 Jahren hatte er einen Unfall, als er in dieses Meer sprang - seither ist er querschnittsgelähmt, ist sein Körper gestorben. Und seit 27 Jahren möchte er, dass auch sein Kopf sterben kann. Aber für den Tod würde er Hilfe brauchen - und die versagen ihm Staat und Kirche. Doch Ramón ist fest entschlossen nicht aufzugeben.

Er lebt im Haus seines Bruders, wird gepflegt und umsorgt von seiner Schwägerin Manuela, die nicht immer mit dem Harem einverstanden ist, der sich im Laufe der Zeit um Ramón gebildet hat: die Rechtsanwältin Julia, die ihm helfen wird, das Buch „Cartas desde el infierno“ (Briefe aus der Hölle) zu publizieren, Gené, Vertreterin der „Gesellschaft für Würdiges Sterben“, und Rosa, die Fabrikarbeiterin mit den beiden kleinen Söhnen und dem großen Herzen, die in ihm den Mann fürs Leben sieht und ihm beibringen möchte, dass dieses Leben auch schön sein kann.
Alle vier lieben Ramón, betört von seiner Persönlichkeit, seinem Witz, seiner Sanftheit, seiner Klugheit - und Ramón liebt sie alle, auch wenn er lieber sterben möchte.
Der Film beruht auf einem authentischen Fall, der in Spanien und darüber hinaus eine kontroverse Diskussionen um die Sterbehilfe auslöste. Regisseur Alejandro Amenábar hat seine persönliche Sicht und sein Plädoyer mit diesem Film formuliert. Ein außergewöhnlicher Beitrag zu einem grundlegenden moralisch-ethischen Diskurs. – Mehrfach preisgekrönt – u. a. mit dem Oscar für den Besten Fremdsprachigen Film! (Verleih)

Themen: Tod, Sterben, Sterbehilfe, Menschenwürde, Familie, Gesellschaftliche Moral
Fächer: Spanisch, Gesellschaft, Politik, Religion, Werte und Normen – und fächerübergreifend
FSK: ab 12 Jahre – empfohlen ab 14 Jahren

 

XXY
Lucía Puenzo, Argentinien/Frankreich/Spanien 2007, 91 Minuten,
Spanisches Original mit deutschen Untertiteln

Alex ist fünfzehn - und hat ein Geheimnis. Aufgrund einer seltenen Laune der Natur ist sie beides: Junge und Mädchen. Die Eltern sind mit ihr aus Buenos Aires nach Uruguay ans Meer gezogen, weg vom Geschwätz der Leute. Bald machen auch an diesem wilden Küstenstreifen Gerüchte die Runde. Und obendrein kommt auf Wunsch der Mutter ein befreundeter Chirurg mit seiner Familie zu Besuch. Könnte, sollte man vielleicht ... ??!
Dabei möchte Alex doch nur den Dingen ihren Lauf lassen, ohne ständiges Getue. Da kommt ihr Álvaro gerade recht, der sechzehnjährige Sohn der Gäste. Ein Kandidat für das erste Mal? Álvaro ist überrumpelt - und fasziniert von der herausfordernden Art, mit der Alex ans Werk geht ...
Der weltweit ausgezeichnete Gewinnerfilm der Semaine de la Critique von Cannes ist das außergewöhnliche Debüt der argentinischen Regisseurin Lucía Puenzo: Wortkarg und stimmungsstark schlägt uns die Geschichte des sexuellen Erwachens zweier Heranwachsender in seinen Bann. Die Zweigeschlechtlichkeit der Heldin wird dabei weder voyeuristisch aus- noch scheu hintangestellt. Sie ist Eigenheit eines beneidenswert starken Charakters. (ven y mira).
Ein Film über die Angst vor dem Anderssein, den Zwang zur "Normalisierung" und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper als ein Plädoyer für Toleranz und Freiheit. Auch ein Anreiz zu einer generellen Diskussion über Lebensentwürfe, Diskriminierung, Isolation und Ausgrenzung. (kinofenster.de)

Themen: Identität, Sexualität, Selbstbestimmung, Emanzipation, Ausgrenzung, Diskriminierung, Toleranz, Freundschaft, Liebe
Fächer: Spanisch, Gesellschaft, Politik, Religion, Werte und Normen – und fächerübergreifend
FSK: ab 12 Jahre – empfohlen ab 14 Jahren

 

Die Frau des Anarchisten
Marie Noëlle, Peter Sehr, Deutschland/Spanien/Frankreich 2008, 122 Minuten
Spanisches Original mit deutschen Untertiteln

"No pasaran - Ihr kommt hier nicht durch!" Das war der legendäre Schlachtruf, den die republikanischen Verteidiger Madrids den Faschisten entgegenschleuderten. Im Winter 1937 ist die spanische Hauptstadt von faschistischen Einheiten eingeschlossen. Manuela (María Valverde), eine junge Frau, hastet mit ihrer kleinen Tochter Paloma durch die nächtlichen, von Kriegslärm erfüllten Straßen der belagerten Stadt.
Ihr Mann, der Rechtsanwalt Justo Alvarez Calderón (Juan Diego Botto), bekämpft Franco an zwei Fronten zugleich: im Radio als "Stimme der Revolution" und in den Schützengraben vor Madrid. - Ein tief bewegendes und faszinierendes Historienepos um Liebe, den Glaube an die gerechte Sache und die heilsame Kraft der Familie. (Verleih)

Der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939) ist in Deutschland zu Unrecht vergessen, dabei war dies ein epochales Ereignis, politisch wie kulturell. Weil diese Erinnerung unbequem ist. - Denn bis heute ist der Spanische Bürgerkrieg eine offene Wunde nicht nur in der Geschichte Spaniens. Das Appeasement des Westens, der der freien Republik die Unterstützung gegen den Putsch der Faschisten verweigerte, ist eine der Ursünden demokratischer Politik im 20. Jahrhundert, der Höhepunkt eines nachgiebigen, schwachen Verhaltens, das der Aggression Hitlers den Boden bereitete.
Die Filmemacherin Marie Noelle, in Frankreich als Tochter einer spanischen Mutter und eines französischen Vaters aufgewachsen, erzählt in DIE FRAU DES ANARCHISTEN auch die Geschichte ihrer Großeltern und ihrer Mutter. DIE FRAU DES ANARCHISTEN ist vor allem eine überfällige Würdigung der Biografien vieler Linker im 20.Jahrhundert. Sie kämpften immer wieder gegen den gleichen Feind – später in Algerien und Vietnam, auf den Straßen 1967/68… Und für das Selbe: Die Freiheit. (Rüdiger Suchsland – artechock)

Themen: Spanische Geschichte, Spanischer Bürgerkrieg, Freiheit, Freundschaft
Fächer: Spanisch, Geschichte, Gesellschaft, Politik, Religion, Werte und Normen – und fächerübergreifend
FSK: ab 12 Jahre – empfohlen ab 14 Jahren